Mindset, Tools, Unternehmensstart

Lernen durch Experimente: Die Lean Startup-Methode

Bestimmt bist du bei deinen Recherchen rund um das Thema Gründen bereits über die Lean Startup-Methode gestolpert. Ich durfte die Methode hautnah im Rahmen eines Workshops kennenlernen und austesten – und ich kann berichten: Diese Methode ist Gold wert – ohne viel zu kosten 😉

Auch meine Masterarbeit im Studiengang Content Strategie an der FH Joanneum dreht sich – wie könnte es auch anders sein – um das Thema Gründen. Im Rahmen der Arbeit möchte ich aufzeigen, wie der gezielte Einsatz von Inhalten und eine dazugehörige Content Strategie GründerInnen dabei unterstützen kann, mit möglichst geringem Einsatz von (finanziellen) Ressourcen ihre Produktidee auf ihre Marktreife hin zu prüfen. Hierzu werden die beiden Disziplinen Content Strategie und Lean Startup miteinander verbunden.

But first things first: Lass mich dir letztere Methode ein wenig näherbringen…

Entrepreneurship 2.0

Als Begründer der Lean Startup-Methode gilt Eric Ries – der mit seinem gleichnamigen Buch „Lean Startup: schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen“ große Aufmerksamkeit in der Startup-Szene erlangte. Die Wurzeln der Methode gehen zurück auf die Lean-Manufacturing-Revolution bei Toyota, die durch Nutzbarmachen des Wissens, das Setzen auf Eigenverantwortung der Mitarbeiter, Just-in-time-Produktion und der Beschleunigung der Zykluszeiten einen radikalen, positiven Wandel in der Wertschöpfungskette generieren konnten. Was Eric Ries daraus ableitete:

Fortschritt = validiertes Lernen

Eric RIES

Und genau diese Erkenntnis bildet das Herzstück der Lean Startup-Methode und macht sie gerade für die Anfänge von Unternehmen so wertvoll. Umgesetzt wird dieser Prozess des validierten Lernens anhand eines iterativen Zyklus – dem Lean-Startup-Zyklus:

Der Vorteil dieser Methode ist, dass du möglichst rasch und kostengünstig beurteilen kannst, ob die entwickelten Aspekte deiner Idee bei potenziellen Kundinnen und Kunden ankommen oder nicht. Das bedeutet auch, dass kleine Entwicklungsschritte, die mit jedem Zyklus einhergehen, auch nur kleine damit verbundene Fehler hervorbringen können – aus denen du aber umso größere Lerneffekte ziehen kannst.

Ein Grundmodell in 3 Phasen

Phase 1: Die Idee

Am Anfang deines Gründens steht deine Idee – hierbei kann es sich sowohl um digitale als auch um haptische Produkte, Services oder anderer Lösungen von Problemen handeln. Und damit sind wir auch am Kern der Sache angelangt: Häufig denken wir Menschen bereits über Lösungen nach, ohne jedoch das Problem ausreichend analysiert zu haben. Darum hilft dir diese Methode dabei herauszufinden, ob es auch wirklich ein Problem für deine Lösung gibt (= einen Markt für dein Produkt). Am Beginn steht deshalb eine Hypothese, die du aus deiner Idee heraus entwickelst, wie z. B. Wenn wir A tun, wird B passieren – daran erkennen wir, dass X% unserer Kunden sich wie Y verhalten… Hierbei gilt es genau zu beschreiben, welches Verhalten beobachtet werden soll und welcher Zielwert als Erfolg für das Abtesten gilt.

Phase 2: Der Prototyp

Nun heißt es möglichst schnell einen pragmatischen Prototyp zu basteln, der die Minimalanforderungen deiner Lösung erfüllen kann. Die Lean Startup-Methode betitelt diesen Prototyp auch als MVP (Minimal Viable Product)*. Je schneller dieser MVP fertiggestellt ist, desto eher kannst du dein Produkt einem Markttest unterziehen und deine Hypothese überprüfen. Dann geht es ans Testen in einem möglichst realitätsnahen Setting – das können z. B. Interviews, eine Ad-Kampagne auf Google oder Facebook sein, eine Landingpage mit einem Call-to-Action, oder auch – etwas aufwändiger – eine Fundraising-Kampagne sein. Du setzt dir für den Test einen festen Zeitraum und die KPIs deiner Ziele, die den Erfolg des Markttests definieren. Im Anschluss wertest du deine KPIs aus und kannst schon anhand der Impressionen und der Click-Through-Rate ein erstes Interesse potenzieller Kunden bewerten.

Dazu noch eine kleine Anmerkung am Rande: Auch wenn deine Idee dein Baby ist – Ziel ist nicht, deine Hypothesen auf Biegen und Brechen zu validieren, sondern möglichst schnell zu lernen – auch wenn das bedeutet, dass die Grundrichtung deiner Entwicklung völlig neue Wege einschlagen muss oder du die Idee lieber als Idee belassen solltest.


*Ein Minimum Viable Product – oder auch minimal funktionsfähiges Produkt (MFP) – ist ein brauchbares Produkt, das die primären Eigenschaften eines neuen Produkts, einer Dienstleistung oder einer Geschäftsidee aufweist. Dieses MVP wird mit geringem Aufwand erstellt und zur Gewinnung von Kunden- oder Anwenderfeedback genutzt, um möglich schnell in einem realistischen Marktumfeld die Kaufbereitschaft abtesten zu können.


Phase 3: Die Datenanalyse

Dies aus dem Markttest gewonnen Erkenntnisse kannst du nun in die Weiterentwicklung deines Produkts einbringen. Und nun heißt es: Folge diesem Zyklus again and again, bis du Erkenntnisse über die wichtigsten Hypothesen zu deiner Idee und deinem Geschäftsmodell aufgestellt hast.

Babysteps lautet hierbei das Zauberwort – taste dich Schritt für Schritt an die Ideallösung deiner Kunden heran – ohne dabei Gefahr zu laufen in Perfektion unterzugehen. Betrachte jedes Kundenfeedback als eine Möglichkeit zu lernen und besser zu werden. Das ist der große Hack, der die Lean Startup-Methode zum absoluten Must für Gründerinnen macht – GO FOR IT!

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