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Was bei Suchmaschinenoptimierung wirklich zählt

Alles was ich glaubte über SEO zu wissen, wird innerhalb weniger Minuten über den Haufen geworden, meine bestehenden Erkenntnisse liegen in Trümmern – mit weit aufgerissenem Mund, voller Faszination und einem kleinen, unaufhörlichen „Echt jetzt?!“ im Kopf lausche ich dem Seminar von SEO-Guru Franz Enzenhofer, der im Rahmen einer Lehrveranstaltung meines Masterstudium im Studiengang Content Strategy an der FH Joanneum erklärt, worauf es in dieser sich ständig wandelnden Disziplin wirklich ankommt. Meine Top 8 Learnings aus diesem Seminar möchte ich gerne mit dir teilen.

Learning 1: It’s all about Speed

Wenn Menschen eine Sache hassen, dann jene zu warten – vor allem dann, wenn du nachschauen möchtest, wann das Café um die Ecke aufsperrt, du dir den neuen Trend-Sneaker bestellen oder mal eben die Speisekarte deines Lieblingsrestaurants checken möchtest. Bestimmt kennst du das ungeduldige Warten vor dem Screen oder du gehörst zu jenen, die unaufhörlich den Reload-Button drücken – eines ist gewiss: Die Absprungrate ist zu keinem Zeitpunkt höher. Darum ist ein schnelles Laden deiner Website Pflicht! Und das belohnt oder bestraft auch Google in deinem Site-Ranking.

Falls du dir nicht sicher bist, ob deine Website gut performt, dann überprüfe erstmal den Ist-Stand. Google stellt dazu ein kostenloses Tool bereit, das dir nicht nur den aktuellen Score deiner Seite in Bezug auf Ladegeschwindigkeit ausliest, sondern sogar Verbesserungsvorschläge mitliefert. Hier geht’s zu den Page Speed Insights.

Geht es dann konkret an die PS deiner Website, können dir Plugins für WordPress unter die Arme greifen und deine Speed Performance auf ein neues Level heben. Franz Enzenhofer hat dazu eine ganze Auswahl an Plugins parat und beschreibt diese ausführlich seinem Blogbeitrag: https://www.franz-enzenhofer.com/a/wordpress-plugins.

Learning 2: Halte Inhalte Up-to-Date

Nichts ist mühsamer und nervenaufreibender als nicht funktionierende Links oder längst veraltete Informationen aus dem Jahre Schnee. Damit machst du weder deinem User noch Google eine große Freude. Achte daher darauf, dass dein Content immer auf dem neuesten Stand ist und nimm dir regelmäßig Zeit, deine Website auf diesen Aspekt hin zu durchleuchten. Vielleicht kannst du das sogar im Zuge eines Content Audits tun .

Learning 3: User experience is key

Wenn deine Website optimal suchmaschinenoptimiert ist, werden deine User deine Homepage niemals als erste Seite zu Gesicht bekommen. Dazu musst du dir folgendes vor Augen führen: Dem Besuch auf deiner Website geht eine gewisse Suchanfrage voraus, ein Problem, welches der User mit dem bereitgestellten Content lösen möchte. Hast du deine Seite optimiert, wird dieser User direkt auf die für seine Anfrage passende Seite auf deiner Website manövriert. Klar, brauchst du eine Startseite, aber der Fokus sollte vor allem auf den sogenannten „Targeted Pages“ liegen: Das kann z. B. die Seite mit der Auflistung einer gewissen Produktkategorie oder die Detailseite eines Produkts sein. Alles übrige ist Ballast!

Learning 4: Verleihe deinen Inhalten Struktur

„Viel hilft viel“ ist oftmals kein guter Rat, doch in Bezug auf die Diversität in der Darstellung deines Contents hat er absolute Gültigkeit. Biete deinem User Abwechslung, indem du die Inhalte deiner Website übersichtlich strukturierst und in kleine, leicht erfassbare Content-Happen einteilst. Du könntest z. B. deine Texte mit Subheadlines versehen, Listen mit Bulletpoints verwenden oder auch ein Video (statt dem üblichen Text) einbauen. In Bezug auf die Darstellung und Strukturierung deines Contents sind dabei keine Grenzen gesetzt, aber achte immer darauf: Die Struktur soll dazu dienen, deinen Content für deinen User schnell erfassbar darzubieten und einfach „konsumierbar“ zu machen.

Hier ein paar Anregungen zur möglichen Strukturierung deines Contents:

  • Überschrift
  • Subheadlines
  • Textparagraphen
  • Bulletpoint-Liste
  • Video
  • Tabelle
  • Formular
  • Infochart
  • Infobox

Learning 5: Hunting for Links

Schon seit Jahren hält sich wacker die Meinung, dass Backlinks ein wahres Wunderwerk in Bezug auf das eigene Google-Ranking sind. Aber gehen wir einen Schritt zurück: Was sind eigentlich Backlinks? Als sogenannte Backlinks oder Rückverweise bezeichnet man einen Link, der von einer anderen Webseite ausgehend zu deiner eigenen Website führt.

In vielen Suchmaschinen wird die Anzahl und Beschaffenheit dieser Rückverweise als Maß für die Wichtigkeit einer Webseite verwendet. Die daraus entstandene Disziplin des Linkbuildings mag vor Jahren noch Relevanz gehabt haben, doch ist sie heute als Maß für die Wichtigkeit einer Website passé. Es gibt aber auch heute noch Links, die von Bedeutung sind – und das sind deine internen Links, welche die Seiten deiner Website (sinnvoll) miteinander verlinken.

Learning 6: Halte dich kurz

Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt, in der niemand mehr Zeit hat endlos lange Artikel zu lesen und sich mit unwesentlichen Floskeln herumzuschlagen – darum gilt in all deinen Überlegungen: Halte dich so kurz wie möglich und nur so lange wie notwendig! Das gilt laut Franz Enzenhofer auch bei Bildbeschreibungen und Alt-Text. Gerne gesehen ist ein Bild „above the fold“ (also ohne scrollen zu müssen) und die Bildbeschreibung enthält bestenfalls den Produktnamen. Spare dir große Worte beim sogenannten Alt-Text – das ist (vereinfacht erläutert) jene Beschreibung, die einen Hinweis darauf enthalten soll, was in einem Bild dargestellt wird – denn Google „liest“ lediglich die ersten 5 Worte dieser Beschreibung!

Learning 7: Zahlen zählen!

Der SEO-Titel ist eines deiner wichtigsten Stellschrauben in der Suchmaschinenoptimierung. Würdest du deine SEO-Agenden als Kuchen aufteilen, so würden 90 % des Kuchens den SEO-Titel ausmachen. Darum zahlt es auch aus, darauf viel Zeit und Hirnschmalz zu verwenden. Ganz allgemein zu beachten hierbei: Menschen lieben Zahlen! Laut Enzenhofer erwecken Titel, die Zahlen enthalten mehr Aufmerksamkeit. Das liegt vor allem daran, dass wir Zahlen wesentlicher schneller erfassen als Worte. Konkret kann das eine Jahreszahl sein (z. B. seit 1963) oder auch das aktuelle Jahr. Mit letzterem signalisierst du zudem die Aktualität deines Contents – ein weiteres Merkmal für einen guten Titel.

Neben dem Titel kannst du auch mit der „richtigen“ Meta Description etwas bewegen, wenn sie auch nur 10 % des vorhin erwähnten SEO-Kuchens ausmachen. Sie wird weniger als tatsächlicher Content gesehen, sondern dient als eine kleine Werbefläche. Deine Meta Description sollte sich auf die Suchabsicht deines potenziellen Kunden beziehen, also den Grund, sich überhaupt erst auf die Suche nach deinen oder ähnlichen Angeboten zu machen. Laut Enzenhofer sind auch Telefonnummern in der Meta Description gerne gesehen, da sie dem Suchenden Vertrauen vermitteln. Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Claim deines Unternehmens einzubinden. Aber Achtung: Jede Seite deiner Website braucht eine eigene Meta Description – copy/paste ist hier nicht erlaubt!

Learning 8: Traue niemandem!

Wenn es um das Thema Suchmaschinenoptimierung geht, wirst du auf viele unterschiedliche Quellen stoßen – Foren, Bücher, Blogartikel (wie diesen hier 😉)… Aber in Wahrheit gibt es nur eine vertrauensvolle Quelle, die das SEO-Meer speist und die heißt: Google! Wenn du wirklich tief in die Materie eintauchen willst, kann dir die Search Quality Evaluator Guidelines besonders ans Herz legen. Weitere SEO-Informationen direkt von Google findest du hier: